Oriental Nights: Von der Magie des Entstehungsprozesses einer Mava Lou Kollektion

Manchmal ist der Entstehungsprozess einer Kollektion durchaus magisch. Vor allem bei der Mava Lou Kollektion “Oriental Nights”, die im Jahr 2012 entstand, fügten sich die Dinge in nahezu märchenhafter Weise ineinander:

Einmal im Leben Muse sein

Unter dem Motto “Einmal im Leben Muse sein”, habe ich im September 2012 auf der facebook-Seite von Mava Lou darum gebeten, mir ein Inspirationsthema zu nennen. Gespannt wartete ich darauf, welche Impulse von Tänzerinnen, Tango-und Salsa-Liebhaberinnen und Mava Lou-Fans ausgehen und inwiefern sie mich in meiner Arbeit anregen würden. Vereinzelte Kollektionsteile sollten entstehen, einige Unikate – so war der Plan. Zumindest anfangs, denn was dann geschah, war überwältigend: Neben zahlreichen Posts erreichten mich Mails, Anrufe und von einigen Kundinnen wurde ich sogar direkt im Ladenatelier angesprochen. Hinreißende Ideen brachten mich um den Schlaf, wie beispielweise “Salsango”,”Skyfall”, “Dance in Neon”, “Stürmisch und leidenschaftlich”, aber …

… dann passierte es:

Der Vorschlag “Oriental Nights” von einem facebook-Fan löste in mir eine innere Reise in ferne Länder aus, in der ich Frauen in bauschigen Pluderhosen vor mir sah, den Kerzenschein auf einem seidigen Kleid, großblättrige Blüten oder auch das prächtige Farbenspiel eines Wandmosaiks.
Ja. DAS sollte es sein.

Nahezu magisch …

… war dann der Moment, als mein Mann, der Reisefotograf ist, parallel zur Entwicklung dieser Kollektion einen Auftrag in Marrakesch erhielt. Wir lieben diese Stadt, und haben sie schon mehrmals bereist, doch nun schien es mir ein Ruf zu sein – hinaus in Oriental Nights. Die unzähligen Ideen zur Kollektion und ich… – wir mussten mit. Nach Marrakesch!

… und dennoch ohne fliegenden Teppich

Im Gepäck unserer Reise nach Marrakesch, die auch wenn es nahegelegen hätte, nicht mit einem fliegendem Teppich eröffnet wurde, befanden sich neben der kompletten Kameraausrüstung meines Mannes bezaubernde Outfits der Kollektion. Acht Teile, vom Team und mir in Rekordzeit mit einer kaum zu überbietenden Begeisterung für das Thema entworfen, und mit glühenden Nadeln in langen Nachtschichten gefertigt. Stoffträume, seidigweich, ein wenig transparent, weichfallend, in Rosatönen und Fliederfarbe, Silbergrau und Orange, abgerundet mit dezenten Glitzerelementen.

Von Fleißarbeit

Während Cinderella im Märchen Erbsen und Linsen auflesen muss, durfte ich während des Fluges Pailetten und Perlen vom Teppich und Sitz meines Nachbarn pulen. Ja, auch gelebte Märchen haben ihre Schattenseiten, und Fleiß wird nicht immer belohnt. Aber immerhin habe ich auf diesem Flug gelernt, dass man Kleinstteile, wenn man im Flugzeug meint, ein Kollektionsteil noch verschönern zu wollen, in einem rutschfesten hochwandigen Gefäß bereit halten sollte, denn Turbulenz können sonst doppelte Auswirkungen mit sich bringen.

Wo ist M?

In Marrakesch angekommen, lief weiterhin alles reibungslos, zumindest fast: Wir hatten die Kollektion, eine zauberhafte Location, das Riad Nashira, eine Stylistin und den Fotografen. Allerdings fehlte eine Person, die für ein Shooting unverzicht bar ist – das Model.

Nun ist es in Marokko kulturell bedingt nicht ganz unproblematisch, eine hübsche junge Frau zu fragen, ob sie in atemberaubend schönen Kleidern, die sich durch luftig-transparente Stoffe, sinnliche Ausschnitten und zum Teil rückenfreien Varianten auszeichneten, modeln würde. Wir mussten ein wenig tiefer in die Trickkiste greifen und begaben uns in einen Dinner Club mit täglicher Bauchtanzshow.

Eine Kollektion bekommt Gesicht

Und dort haben wir sie gefunden: unsere bezaubernde “M”. Ein wunderschönes Lächeln, eine Figur zum Träumen und “moves”, das uns ganz schwindelig wurde. Eine Frau, von der ich glaubte, sie wäre für die Kollektion erschaffen worden. Oder hatte ich die Kollektion für sie entworfen, ohne sie zuvor zu kennen? Wie auch immer – schon drei Tage später war es soweit: “M” erschien zum Shooting im Riad Nashira, und die aus Berlin eingeflogenen Oriental Nights bekamen ihr Gesicht.

Die Magie von “M”

Das Shooting war ein Erlebnis für das gesamte Riad: Immer wieder blieben Hotelgäste stehen und bewunderten “M”, eine begnadete Tänzerin mit faszinierender Ausstrahlung, die nur einen Raum betreten musste, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und nun posierte diese Schönheit auf dem offenen Kamin der Dachterasse, tanzte auf den Tischen in der Bar oder glitt lasziv mit komplettem Outfit in den Pool hinab. Es war hinreißend …

Kurzum: ein beeindruckender Tag, und am Abend waren wir nahezu berauscht vor Glück, denn uns war allen klar, dass wir märchenhaft schöne Aufnahmen „im Kasten“ hatten. Wir gönnten uns ein köstliches Essen landestypischer Spezialitäten, die Kerzen im Riad wurden angezündet und während am Djemaa el Fna die “Oriental Night” durch Garküchen und Musiker eingeläutet wurde, genossen wir die Anwesenheit von “M”und wussten, orientalischer konnte keine Nacht in Marrakesch mehr werden.

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